Zeitleiste
Grobe Chronologie zentraler Momente — wird nach und nach mit Artikeln und Quellen verdichtet.
Ergänzend: Glossar · Prognosen , Vergleich.
Frühe Grundlagen
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Turings „Nachahmungsspiel“
Alan Turings Aufsatz in Mind fragt, ob Maschinen sich im Gespräch von Menschen unterscheiden lassen – später oft verkürzt als „Turing-Test“ diskutiert.
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Dartmouth-KI-Workshop beginnt
Sommer-Workshop, auf dem John McCarthy den Begriff „künstliche Intelligenz“ einführt und ein Forschungsprogramm skizziert – oft als Geburtsstunde der Disziplin gezählt.
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Rosenblatts Perzeptron in der Öffentlichkeit
Frank Rosenblatts trainierbares einschichtiges Netz wird als technisches und mediales Signal für „lernende Maschinen“ wahrgenommen – und später kritisch gegen skalierbare KI gewendet.
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ELIZA und der Schein von Gespräch
Joseph Weizenbaums ELIZA zeigt, wie einfache Regeln Gespräch simulieren können – und löst früh Debatten über Vertrauen, Projektion und echtes „Verstehen“ aus.
Kommerz & KI-Winter
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Expertensysteme werden industriell
Regelbasierte Expertensysteme rücken aus Laboren in Produkte und Beratungsstorys – versprechen domänenspezifische Intelligenz ohne vollständiges maschinelles Lernen.
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Zweiter KI-Winter
Nach einem Boom spezialisierter KI-Werkzeuge kühlen Erwartungen; Budgets sinken und viele kommerzielle Projekte stocken – in Erinnerung oft als „zweiter Winter“ der 1980er.
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Deep Blue schlägt Kasparow
IBMs Schachspezialist gewinnt gegen Weltmeister Garri Kasparow – ein medienwirksames Signal für leistungsfähige Suche plus Hardware, während „allgemeine KI“ weiter entfernt wirkt.
Deep Learning in der Fläche
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ImageNet startet groß angelegte Bildklassifikation
Das Team um Fei-Fei Li baut ein riesiges, gelabeltes Bildkorpus – später der Maßstab, an dem Faltungsnetze gemessen und weiterentwickelt werden.
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AlexNet gewinnt ImageNet
Ein tiefes Faltungsnetz auf GPUs senkt die Fehlerrate auf ImageNet drastisch – häufig als Auslöser der aktuellen Deep-Learning-Welle beschrieben.
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AlphaGo schlägt Lee Sedol
DeepMinds AlphaGo gewinnt vier von fünf Partien gegen einen der weltbesten Go-Spieler – ein Schaufenster für Lernverfahren in zuvor als „zu intuitiv“ geltenden Domänen.
Transformer & große Sprachmodelle
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„Attention is all you need“
Die Transformer-Architektur setzt auf Selbstaufmerksamkeit statt Rekurrenz – und wird zum Gerüst späterer großer Sprach- und multimodaler Modelle.
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GPT-3 macht Few-Shot-Prompting sichtbar
OpenAIs Arbeit zu einem 175-Milliarden-Parameter-Sprachmodell zeigt „in-context learning“ — Aufgaben in natürlicher Sprache, oft ohne Nachtraining — und verschiebt Erwartungen in Forschung und Produkt.
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ChatGPT geht an die Öffentlichkeit
Ein Chat-Produkt auf Basis eines großen Sprachmodells wird quasi über Nacht zum Alltagsdemo – und schärft Diskussionen zu Sicherheit, Arbeit, Urheberrecht und Zugang.
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GPT-4 startet als multimodales Flaggschiff
OpenAI vermarktet GPT-4 als stärkeren Nachfolger mit Bild- und Texteingaben — und verschiebt wieder Maßstäbe für Benchmarks und Produktpläne.
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Llama 2 — weit verbreitete Modellgewichte unter Community-Lizenz
Meta veröffentlicht Llama 2 mit einer Community-Lizenz — mehr Teams können feintunen und hosten, und die Diskussion um „offene Gewichte“ vs. Sicherheit gewinnt an Schärfe.
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Google startet Gemini 1.0
Google bündelt sein multimodales Portfolio unter dem Namen Gemini — enger verwoben mit Suche, Cloud-APIs und Hardware-Narrativen.
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EU-KI-Verordnung verabschiedet
Das Europäische Parlament stützt den ersten großen Rechtsrahmen zur KI — gestaffelt nach Risiko, mit Transparenzpflichten für vielseitige Modelle und späteren Umsetzungsfristen.
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OpenAI zeigt „Reasoning“-Modelle (o1)
Eine neue Modelllinie betont längeres internes Abwägen vor der Antwort — und schärft Debatten zu Rechenbudget beim Inferenz, STEM-Benchmarks und Sicherheitstests.